Scheidungsrecht

Jede 3. Ehe wird geschieden. Im Scheidungsverfahren besteht vor den Gerichten Anwaltszwang, d. h. jeder Ehegatte muss sich von einem Rechtsanwalt vertreten lassen. Wenn sich die Eheleute einig sind, sich scheiden zu lassen, keine Anträge zur evtl. Sorge oder zur Regelung des Umgangs mit dem Kind gestellt werden soll, genügt es, wenn ein Ehegatte anwaltlich vertreten ist. Der andere Ehepartner muss lediglich der Scheidung zustimmen. Anträge zu Gericht kann er aber nicht stellen.

In Härtefällen (z. B. Straftaten gegen den Ehegatten, ehewidrige Beziehungen eines Ehegatten o. C.) kann eine Scheidung sofort beantragt werden. Ansonsten kommt eine Scheidung erst nach 1-jähriger Trennung der Eheleute in Betracht. Es kommt nicht auf die Frage an, ob einer der Ehegatten am Scheitern der Ehe schuld ist oder nicht (sog. Zerrüttungsprinzip).

Zusammen mit der Scheidung wird auch über den Versorgungsausgleich entschieden, dies bedeutet, dass ein Teil der Rentenanwartschaften übertragen wird.

Leben die Ehegatten in gesetzlichem Güterstand der Zugewinngemeinschaft, muss der Zugewinn ausgeglichen werden. Dazu ist es erforderlich, das Anfangs- und Endvermögen zu ermitteln. Anfangsvermögen ist das Vermögen, das jeder Ehegatte bei der Eheschließung hatte. Endvermögen ist das Vermögen im Zeitpunkt der Scheidung. Die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen ist der Zugewinn. Kommen die Eheleute hier zu keiner gütlichen Einigung, ist die Durchführung eines Gerichtsverfahrens notwendig.

Zu beachten ist, dass die Rechtsschutzversicherung die Kosten des Scheidungsverfahrens nicht übernimmt. In der Regel wird nur Kostenschutz für eine anwaltliche Erstberatung gewährt. Für Ehepaare, die im wesentlichen in allen Punkten, die im Zusammenhang mit der Scheidung zu regeln sind, einig sind, ist es somit aus Kostengründen interessant, nur einen Anwalt mit der Scheidung zu beanspruchen.